1961
Dem Besucher der Wiener Festwochen 1961 soll diesmal besonders die Gelegenheit gegeben werden, in Wien internationales Sprechtheater zu erleben. Der von der Direktion angeregte Zyklus „Die Idee der Freiheit im Drama" wird sich auf sämtliche Wiener Theater erstrecken, dergestalt, daß jede Sprechbühne in Wien entweder aus dem klassischen oder modernen Repertoire Werke bringt, die in irgendeiner Form der Idee der Freiheit dienen. Selbstverständlich ist dabei nicht nur an die Idee der Freiheit im engsten politischen Sinn gedacht. Das Besondere für den Besucher soll darin bestehen, daß außer den Wiener Theatern auch ausländische Ensembles daran teilnehmen, indem sie dazugehörende Werke bringen. Auf dem musikalischen Sektor wird selbstverständlich die Pflege der klassischen Musik, der Romantik in hervorragender Weise geboten, es wird aber auch der modernen Musik in entsprechender Weise gehuldigt werden. Eines der bedeutendsten Ereignisse auf diesem Gebiet dürfte wohl die Welturaufführung des Oratoriums „Die Jakobsleiter" von Arnold Schönberg sein. Ein eigener, von der Direktion der Wiener Festwochen veranstalteter Zyklus von sechs philharmonischen Konzerten soll insbesondere dem aus dem Ausland kommenden Gast die Möglichkeit geben, die Konzerte dieses berühmten Orchesters zu besuchen. Dazu gehört auch das Konzert im Stephansdom.
Im Rahmen der Wiener Festwochen wird auch das „X. Internationale Musikfest" der Wiener Konzerthausgesellschaft und das „XXXV. Weltmusikfest der Internationalen Gesellschaft für neue Musik" (SIMC) abgehalten. Ein eigener Festwochen-Zyklus: „Richard Strauss das symphonische Werk und das Lied" wird sich in fast allen Konzerten manifestieren, auch in dem Programm der aus dem Ausland kommenden Gastorchester. Auch des 150. Geburtstages von Franz Liszt, dessen Geburtsort im Burgenland liegt, wird durch die Aufführung der „Graner Festmesse" und durch ein eigenes Konzert gedacht werden. Auf dem Dr. Ignaz Seipel-Platz vor der Jesuitenkirche wird als Freilicht-Theater der „Arme Heinrich" von Gerhart Hauptmann zur Aufführung gelangen. Durch die Zyklen auf dem musikalischen Sektor und auf dem des Sprechtheaters wird bei den Wiener Festwochen 1961 ein entscheidender Schritt zu dem Ziel getan, daß die Wiener Festwochen ein künstlerisch einheitliches Gesicht und einen Stil erhalten.
Programm
Theater
-
Caligula
Werner Düggelin Theater Akademietheater -
Daniel in der Löwengrube
o. Ang. Theater Ateliertheater am Naschmarkt -
Der arme Heinrich
Heinz Hilpert Theater Dr. Ignaz-Seipel-Platz -
Der seidene Schuh
Karlheinz Stroux Theater Burgtheater -
Die Beförderung
[Werner Kraut] Kutscher Theater Kleines Theater im Konzerthaus -
Die falsche Primadonna
Gandolf Buschbeck Theater Pawlatschentheater -
Egmont
Leopold Lindtberg Theater Burgtheater -
Er soll Dein Herr sein
Peter Preses Theater Kammerspiele -
Früchte des Nichts
o. Ang. Theater Die Tribüne -
Frühling
o. Ang. Theater Theater der Courage -
Höllenangst
Axel von Ambesser Theater Theater in der Josefstadt -
Les trois Mousquetaires
o. Ang. Theater Theater in der Josefstadt -
Libussa
Wolfgang Liebeneiner Theater Volkstheater -
Maikäfer-Komödie (nicht belegt)
o. Ang. Theater -
The Choephori; The Eumenides
D. Rondiris Theater Volkstheater
Musiktheater
Musik
-
Eröffnungskonzert 1961
Konzert Wiener Konzerthaus -
Gurrelieder
Konzert Wiener Stadthalle -
Internationales Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft 1961
Konzert Wiener Konzerthaus -
Mariazeller Messe
Messe Hofburgkapelle -
Messe in C-dur
Messe Pfarre Maria Geburt -
Mozart-Matinee 1961
Konzert Hof des Deutsch-Ordenshauses
Spielorte
- Akademietheater
- Burg Kreuzenstein
- Burgtheater
- Heiligenstädter Pfarrplatz
- Historische Wiener Kirchen
- Hofburgkapelle
- Hof des Deutschherrenhauses
- Kammerspiele
- Kleines Theater der Josefstadt im Konzerthaus
- Palais Schwarzenberg
- Pawlatschentheater
- Platz vor der Jesuitenkirche (Freilichtaufführung)
- Raimundtheater
- Rathausplatz
- Schlosstheater Schönbrunn
- Schuberts Geburtshaus
- Staatsoper
- Stephansdom
- Theater in der Josefstadt
- Volksoper
- Volkstheater
- Wiener Stadthalle