1965
Zum Programm
Mit dem Motto „Kunst in Freiheit“ unterscheiden sich die Wiener Festwochen in diesem Jahr von anderen Festivals, weil sie als einzige ein allgemein bewegendes weltpolitisches Thema in ihren Mittelpunkt gestellt haben. Die einstigen Besatzungsmächte kehren als Freunde zurück in unser neutrales Land, jede Nation tritt mit einer für ihr Kunstschaffen typischen Darbietung in Erscheinung, so daß man von einem wahren Symposium der Kunst sprechen kann. Im Theater an der Wien, dem Festspielhaus der Wiener Festwochen, treten vier große Ensembles zum erstenmal in Österreich auf. Frankreich bringt mit dem Theatre de France großes Prosatheater, Großbritannien zeigt mit der Sadler’s Wells Opera modernes und traditionelles Musiktheater, die Sowjetunion tritt mit der großen Tradition ihres berühmten Bolschoi Ballettes hervor und die Vereinigten Staaten stellen ein modernes Volksstück ihres Landes zur Schau. Österreich beginnt den Reigen der Nationen mit einer volkstümlichen Posse Nestroys und endet ihn schließlich mit dem modernen österreichischen Revolutionär der Musik Arnold Schönberg. Das Internationale Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft läßt jede Woche eine andere Nation musikalisch zu Wort kommen, interpretiert durch ihre großen Solisten und ihre berühmtesten Orchester. Anfang und Ende sowie die Sonntage der Wiener Festwochen sind österreichischen Werken und österreichischen Künstlern vorbehalten.
Die beiden Opernhäuser, wie die großen Wiener Sprechtheater, bereichern mit ihrem wertvollen Repertoire das Programm. Auch diese Premieren bringen Werke der Literatur der vier Gastnationen. Auf dem Gebiete der bildenden Kunst versuchen einige Sonderausstellungen einen Überblick über die Entwicklung der Moderne in unserer Stadt seit Kriegsende zu geben, während die vielen Veranstaltungen in den Bezirken Wiens kulturelle Vielfalt in ihrer volkstümlichen Verbreitung zeigen. Schließlich wird durch das Europagespräch 1965 den Wissenschaftern der verschiedenen Geistesgebiete Gelegenheit zu einer echten Begegnung gegeben. Das Festwochenmotto findet so einen intellektuellen Schlußpunkt, der Wiens neue Situation noch einmal nachdrücklich zusammenfaßt: als traditionelle Kulturstätte Mittler zwischen West und Ost zu sein.
Programm
Theater
-
Das Apfelbäumchen: Quasi una fantasia
Paul Robert Theater Die Tribüne -
Der Narr und die Nonne
Veit Relin Theater Ateliertheater am Naschmarkt -
Die Brüder Karamasow
Bojan Stupica Theater Burgtheater -
Die Frau im Schlafrock (Morgenrock)
Oskar Willner Theater Volkstheater -
Die großen und die kleinen Vier
August Rieger Theater Theater der Courage -
Le marriage de Figaro
Jean-Louis Barrault Theater Theater an der Wien -
Megära, die förchterliche Hexe
Gandolf Buschbeck Theater verschiedene Orte in Wien -
Oh! Les beaux jours
Roger Blin Theater Theater an der Wien -
Ornifle oder Der erzürnte Himmel
Werner Kraut Theater Theater in der Josefstadt -
Rhinocéros
Jean-Louis Barrault Theater Theater an der Wien -
Romeo e Giulietta
Franco Zeffirelli Theater Burgtheater -
The Amen Corner
Lloyd G. Richards Theater Theater an der Wien -
The owl and the pussycat
Franz Schafranek Theater Palais Erzherzog Karl -
Zwischenfall in Vichy
Rudolf Steinboeck Theater Akademietheater
Musiktheater
-
Das brennende Haus
Adolf Rott Musiktheater Volksoper -
Der feurige Engel
André Diehl Musiktheater Volksoper -
Der Gluckerich oder Tugend und Tadel der Nützlichkeit
Ruth von Mayenburg Musiktheater Wiener Kammeroper -
Der Herr des Hauses (nicht belegt)
Ernst Schönwiese Musiktheater Österreichischer Rundfunk -
Elga (nicht belegt)
Helmuth Matiasek Musiktheater Österreichisches Fernsehen -
Iolanthe
Frank Hauser Musiktheater Theater an der Wien -
Peter Grimes
Basil Coleman Musiktheater Theater an der Wien -
Plüsch und Beton
Matthias Neumann Musiktheater Österreichischer Rundfunk – Studio Wien -
Schönberg-Einakter
Wener Kelch Musiktheater Theater an der Wien
Tanz
Spielorte
- Akademietheater
- Albrechtsrampe
- Ateliertheater am Naschmarkt
- Augustinerkirche
- Burggarten
- Burg Kreuzenstein
- Burgtheater
- Die Tribüne
- Dominikanerkirche
- Franziskanerkirche
- Freyung
- Friedhof St. Marx
- Graben
- Haydn-Haus
- Heiligenkreuzer Hof
- Heiligenstädter Pfarrkirche
- Heiligenstädter Pfarrplatz
- Heldenplatz
- Hofburgkapelle
- Hof des Deutsch-Ordenshauses
- Hof des Erzbischöflichen Palais
- Hoher Markt
- Innerer Burghof
- Josefsplatz
- Kammerspiele
- Karlskirche
- Karmeliterkirche
- Kleines Theater im Konzerthaus
- Krieau
- Malteserkirche
- Minoritenkirche
- Modeschule Hetzendorf
- Neuer Markt
- Österreichische Nationalbibliothek
- Palais Erzherzog Karl
- Palais Palffy
- Palais Schwarzenberg
- Pfarrkirche Lichtental
- Pfarrkirche Mariä Geburt
- Pfarrkirche Maria Geburt
- Pfarrkirche St. Peter
- Raimundtheater
- Rathaus
- Rathausplatz
- Schloss Hetzendorf
- Schloss Liesing
- Schloss Pötzleinsdorf
- Schuberts Geburtshaus
- Staatsoper
- Stephansdom
- Theater am Belvedere
- Theater an der Wien
- Theater der Courage
- Theater in der Josefstadt
- Volksoper
- Volkstheater
- Votivkirche
- Wiener Kammeroper
- Wiener Konzerthaus
- Wohnhaus Joseph Marx