1967

Festivaldatum:
20. Mai – 18. Juni 1967
Intendant:
Ulrich Baumgartner
Präsidentin:
Amtsführender Stadtrat Gertrude Sandner
Eröffnung Wiener Festwochen 1967 © Votava / brandstaetter images / picturedesk.com
Eröffnung Wiener Festwochen 1967 © Votava / brandstaetter images / picturedesk.com

Ulrich Baumgartner
Zum Motto dieser Festwochen


Die Wiener Festwochen unternehmen den für ein Festival ungewöhnlichen Versuch, ein kulturhistorisches und kulturgeographisches Thema aufzugreifen, dem der Ballast politischer Ressentiments anhaftet. Mit der Formulierung des Mottos „Nachbarn an der Donau“ haben wir unsere Stellungnahme schon ausgesprochen. Sie mutet einfach an. Doch wollen wir uns damit keineswegs in billiger Manier über die Problematik hinwegsetzen, die sich aus der gemeinsamen Vergangenheit in der Habsburgermonarchie einerseits, aus der ideologischen Differenz zwischen unserer Republik und den benachbarten Volksdemokratien anderseits ergibt. Für eine Generation, die die Zeit vor 1918 nicht mehr miterlebt hat, wird die Nachbarschaft im Donauraum eigentlich zu einem neuen Erlebnis. Es erstaunt zwar nicht, daß bei der Behandlung dieses Themas jeder von uns zuerst einmal an die Vergangenheit denkt — davon zeugen auch einige Beiträge in diesem Almanach —, doch sollte uns Gegenwart und Zukunft weit intensiver beschäftigen. Da aber gilt es zu prüfen, ob es diesen Donauraum als kulturelle Landschaft überhaupt gibt. Ist das Wort bloß Phrase, dann sollten wir seine Verwendung fortan unterlassen. Läßt sich aber ein solcher Donauraum auch exakter bestimmen, dann wäre er als gemeinsame kulturelle Landschaft darzustellen, die gemeinsame Stilelemente aufweist. Das Vorhaben erschöpft sich nicht in kulturgeographischer Rechthaberei. Die ernsthafte Diskussion könnte im Verhältnis der Nachbarstaaten einen neuen Beginn darstellen, könnte ein Vertrauensverhältnis schaffen, das diese leidgeprüfte Landschaft gewiß notwendig braucht. Wir glauben, daß dem kulturellen Bereich die kräftigste Evidenz eignet, weil sich in diesem Bereich mit sozusagen seismographischer Deutlichkeit anzeigt, was sich auf anderen Gebieten erst in tieferen Schichten erschließt. Diese Überlegung führt uns zur These, die versuchsweise gewagt sei: die künstlerischen Manifestationen der „Nachbarn an der Donau” lassen eine eigentümliche Farbe, eine entwicklungsfähige Note erkennen, der besondere Bedeutung in einer Welt zukommt, die zwar täglich einheitlicher, kommunizierender, technisierter und manipulierter, darum aber auch grauer und anonymer wird. (...)

Programm

Spielorte

  • Akademietheater
  • Albertina
  • Augustinerkirche
  • Burgtheater
  • Dominikanerkirche
  • Franziskanerkirche
  • Haydn-Haus
  • Heiligenstädter Pfarrplatz
  • Hofburgkapelle
  • Hof des Deutsch-Ordenshauses
  • Kammeroper
  • Kammerspiele
  • Karlskirche
  • Karmeliterkirche
  • Kirche der Schulbrüder
  • Malteserkirche
  • Minoritenkirche
  • Museum des 20. Jahrhunderts
  • Musikverein Wien
  • Neue Burg
  • Palais Palffy
  • Palais Schwarzenberg
  • Pawlatschentheater
  • Pfarrkirche Lichtental
  • Pfarrkirche Mariä Geburt
  • Pfarrkirche Maria Geburt
  • Pfarrkirche Schottenfeld
  • Pfarrkirche St. Michael zu Heiligenstadt
  • Pfarrkirche St. Peter
  • Radio Wien, Großer Sendesaal
  • Rathausplatz
  • Schlosskapelle Schönbrunn
  • Servitenkirche
  • Staatsoper
  • Stephansdom
  • St. Stephan
  • Theater am Belvedere
  • Theater an der Wien
  • Theater in der Josefstadt
  • Volksoper
  • Volkstheater
  • Votivkirche
  • Wiener Konzerthaus