1995
Die Gründung der Wiener Festwochen war vor allem ein künstlerisches Zeichen des Neubeginns nach den schrecklichen Jahren des Zweiten Weltkrieges, der Barbarei, Unmündigkeit und Grausamkeit. Sie boten, noch vor dem Wiederaufbau der Theater, eine Chance, daß diese Stadt, daß dieses Land auch über die Kunst ihre Identität wiederfand und waren sehr bald durch ihre internationale Ausrichtung wesentlich daran beteiligt, daß Österreich durch die Sprache der Musik, des Theaters, der bildenden Kunst, wieder mit anderen Ländern und Völkern in direkte Berührung kam. Die Wiener Festwochen wurden aber auch gleich von Anfang an immer wieder in Frage gestellt, nach ihrem Sinn, ihrer Wirkung. Dies hat ihnen außerordentlich gut getan. Sie mußten sich nämlich ständig neu legitimieren, haben sich deshalb zu keiner verfestigten Institution entwickelt, und sind bis heute dadurch klein, beweglich und wach geblieben. 50 Jahre danach, da die Schatten der Vergangenheit beängstigend größer, die Demagogen dreister, Materialisten und Technokraten hybrider werden, ist es gut, sich dieser Anfänge zu entsinnen, sich zu erinnern und zu fragen, wo uns diese 50 Jahre hingeführt haben. Dieses Programm hält keinen Gedenktag, sondern ist der Versuch einer Standortbestimmung mit den Möglichkeiten des Theaters, ist Ausdruck unserer Haltung zur Jetztzeit. Es bedarf mehr des geistigen Umweltschutzes als des Entertainments, es bedarf mehr der Wahrheit als des Glamours, es bedarf mehr der Liebe als der Verführung. Wir versuchen spielend die Welt zu erzählen.
Klaus Bachler
Intendant der Wiener Festwochen
Programm
Theater
-
An Inspector Calls
Stephen Daldry Theater Theater an der Wien -
Arbeit macht frei vom Toitland Europa
David Maayan Theater Morzinplatz, Denkmal -
Astoria: Fo-Theater in den Gemeindehöfen
Rudolf Jusits Theater verschiedene Spielorte in den Wiener Gemeindebezirken -
Averroes auf der Suche
Theater Kasino am Schwarzenbergplatz -
Brüder und Schwestern
Lev Dodin Theater Halle E im MuseumsQuartier -
Dans la solitude des champs de coton
Patrice Chéreau Theater Remise -
Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui
Konstanze Lauterbach Theater Halle E im MuseumsQuartier -
Der Vater
Theater Theater an der Wien -
Die Fürstin von Cythera
Bernd Jeschek Theater Schlosstheater Schönbrunn -
Die Zofen
Hans Neuenfels Theater Odeon -
Ein Abend mit Penny Arcade und Quentin Crisp
Theater Theater an der Wien -
Enter Achilles
Lloyd Newson Theater Halle G im MuseumsQuartier -
Henry VI
Katie Mitchell Theater Museumsquartier Halle B -
Hiroshima: The Seven Streams of the River Ota
Robert Lepage
Theater Halle G im MuseumsQuartier -
I LAB U
David Maayan Theater Mantlergasse 30 -
La ville parjure ou Le réveil des Èrinyes
Ariane Mnouchkine Theater Museumsquartier Halle B -
Le Tartuffe
Ariane Mnouchkine Theater Museumsquartier Halle B -
Mutter Courage und ihre Kinder
Jèrôme Savary Theater Halle E im MuseumsQuartier -
Reza Abdoh, New York: A Story of Infamy
Reza Abdoh Theater Halle G im MuseumsQuartier -
Steady Eddy; Sydney The Quantum Limp Tour
Theater Halle G im MuseumsQuartier
Musiktheater
Musik
Bildende Kunst
Diskurs
-
Der Nationalsozialismus als politische Religion
Tagung Salle de bal, Studio Molière -
Die Provinz des Menschen
Lesung Wiener Konzerthaus -
Im Krieg sind alle Väter Soldaten
Lesung Theater an der Wien -
Marginalien zum Mond
Lesung Odeon -
Wie anstrengend ist es, böse zu sein
Lesung, Liederabend Theater an der Wien
Spielorte
- Halle E im MuseumsQuartier
- Halle G im MuseumsQuartier
- Kasino am Schwarzenbergplatz
- Kunsthalle am Karlsplatz
- Mantlergasse 30
- Morzinplatz, Denkmal
- Museumsquartier Halle B
- Odeon
- Rathausplatz
- Remise
- Salle de bal
- Schlosstheater Schönbrunn
- Studio Molière
- Theater an der Wien
- verschiedene Spielorte in den Wiener Gemeindebezirken
- Wiener Konzerthaus