1997

Festivaldatum:
9. Mai – 22. Juni 1997
Generalsekretär:
Wolfgang Wais
Programmverantwortlicher:
Wolfgang Wais
Eröffnung Wiener Festwochen 1997 © Wiener Festwochen
Eröffnung Wiener Festwochen 1997 © Wiener Festwochen

Immer wieder wird großen Festivals vorgeworfen mehr und mehr zu einem gesamteuropäischen Festival zu vereinheitlichen, in dem von Avignon, Paris, Berlin und Wien das gleiche geboten wird. Es wäre blauäugig, diese Gefahr zu übersehen, trotzdem versuchen wir in unserem Programm eine Identität zu schaffen, die die Wiener Festwochen zu einem herausragenden und einzigartigen kulturellen Ereignis macht. Dabei versuchen wir eine Mischung zu finden aus Produktionen, die nur in Wien und nur mit den Wiener Festwochen entstehen können, aus Koproduktionen und Gastspielen. Das Festival, verstanden als Fest der Sinne, ist Ort und Chance der Begegnung mit Künstlern anderer Länder, mit unterschiedlichsten ästhetischen Auffassungen und künstlerischen Positionen. Ein wichtiger programmatischer Schwerpunkt liegt 1997 in der Auseinandersetzung mit Schubert und der Romantik. Andere Dimensionen, Gegenwelten - ein zentraler Begriff für das Programm der Wiener Festwochen 1997. Das Theaterprogramm, das bewußt mit dem universellen Begriff Theater Regietheater und Performance, szenische Aktionen und Events in einem Programm vereint, setzt den Schwerpunkt auf eine Reise in vieldeutige Sprachwelten, die bis zu hörbaren (Körper)Ereignissen und der Auflösung von Sprache überhaupt führen. Wie immer werden einzelne Programme mehr, andere weniger den Zuspruch des Publikums finden. Einzelne werden beglückt aus dem Theater gehen, andere nachdenklich, vielleicht auch verärgert. Das ist das Risiko, die Hoffnung, das ist Theater. Viele europäische Städte beneiden Wien für sein Publikum, die Theaterleidenschaft, die Neugier und die große Bereitschaft und Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber. Wir laden dieses wunderbare Publikum auch heuer wieder ein, mit uns eine spannende Festwochen-Zeit zu erleben und sich auch auf Unbekanntes einzulassen. Diese Neugier und Aufgeschlossenheit wünschen wir uns und Ihnen für die diesjährigen Festwochen. Heiner Müller sagt: «Um Verstehen geht's gar nicht. Es geht darum, ob man was erfährt oder was erlebt. Und hinterher versteht man vielleicht was.» In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele berührende, sinnliche Theatererlebnisse.

Wolfgang Wais
Generalsekretär, Wiener Festwochen

Programm

Spielorte

  • das Schauspielhaus
  • dietheater Künstlerhaus
  • Kunsthalle Wien Museumsquartier
  • Halle E im MuseumsQuartier
  • Halle G im MuseumsQuartier
  • Museumsquartier Halle B
  • Museumsquartier Halle D
  • Rathausplatz
  • Sanatorium Purkersdorf
  • Theater an der Wien
  • Weihburggasse 22
  • Wiener Konzerthaus