1998
Theater ist für mich Ausdruck der szenisch verwandelten Wirklichkeit. Der Theatermann hat keine andere Aufgabe, als Fragen zu stellen. Ich möchte im Theater etwas sehen, das ich in dieser Form noch nie gesehen habe. Theater interessiert mich als etwas, das vor unseren Augen geschieht, und dann ist es vorbei. Es ist das Fest des Augenblicks, was uns aber nicht hindert, eine Erinnerung daran zu behalten. Was einem von einem Kunstwerk bleibt, ist nicht eine Ideologie, sondern Poesie. Eine Aufführung muß eine Lebenserfahrung assimilieren, auf die man sich beziehen kann, auch wenn man weiß, daß es sich um Kunst handelt. Es ist ein Vergnügen, das nicht nur vom Text rührt, sondern von der Aufführung, es schwebt in der Luft und dringt in die Herzen der Menschen. Wenn das gelingt, bin ich sicher, vergißt man es nicht.
Luc Bondy
Tradition kann nur da bestehen, wo Gegenwart ist. Wer glaubt, daß Wahrheiten von Kunstwerken ausgehen, die, verschlossen im Sarg der Geschichte, absichtsvoll vom Leben ferngehalten werden, der irrt. Kunstwerke jeder Epoche und jeder Zeit benötigen das aktive Publikum, das ihre Botschaft verstehen will. Ein Publikum, das sich der Mühe unterzieht, ihre bekannten wie unbekannten Zeichen zu lesen, um ihren Sinn zu erfassen. Ein im Schwinden begriffenes Vergnügen, zu dem ich Sie herzlich einladen möchte.
Klaus-Peter Kehr
Der sich bewegende Körper impliziert Aktivität, ein Werden und ständiges Verändern. Nur als Prozeß wahrgenommen, können wir ihn in seiner Gesamtheit erfassen. Wohl einer der interessantesten Aspekte des zeitgenössischen Tanzes besteht darin, den Entstehungsprozeß dem Resultat gegenüber hervorzuheben. Tanz als Denk- und Ausdrucksform der späten 90er Jahre ist ein Bewegungsforschungsprojekt, soll Konfrontation und Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Praktiken anderer Kunst- und Wissenschaftssparten sein, soll ein diskursiver Prozeß um Konzepte zu Körper, Bewegung, Raum und Wahrnehmung sein. Ich lade Sie ein, in diesen Dialog einzutreten und die bei den Wiener Festwochen gesetzten Impulse unterschiedlichster, vielleicht auch widersprüchlichster ästhetischer Positionen zu begleiten und auch über die kommenden Jahre zu verfolgen.
Hortensia Völckers
Programm
Theater
-
Bibapoh
Michael Kreihsl Theater Kasino am Schwarzenbergplatz -
Bodycheck
Stefan Pucher Theater Sofiensäle -
Die Ähnlichen
Peter Stein Theater Theater in der Josefstadt -
Figaro läßt sich scheiden
Luc Bondy
Theater Theater an der Wien -
Kasimir und Karoline
Christoph Marthaler Theater Volkstheater -
Kohelet: Teil 1: Man muß glücklich sein / muchrachim lihiot sameach
David Maayan Theater Rosenhügel Studios -
Les Présieuses Ridicules
Jérôme Deschamps; Macha Makeieff Theater Ronacher -
Phèdre
Luc Bondy
Theater Odeon -
Questa sera si recita a soggetto
Luca Ronconi Theater Ronacher -
Regiewettbewerb
Theater dietheater Künstlerhaus, Blauer Salon, Sofiensäle -
The Snakesong Trilogy
Jan Lauwers Theater, Musiktheater Sofiensäle
Musiktheater
-
Beuys
Hermann Schneider Musiktheater Odeon -
Così fan tutte
Musiktheater Theater an der Wien -
Die tödliche Blume
Peter Oskarson Musiktheater Odeon -
Il Ritorno d’Ulisse
William Kentridge; Handspring Puppet Company Musiktheater Sofiensäle -
La vie parisienne
Christoph Marthaler Musiktheater Burgtheater -
Liederabend Olaf Bär
Musiktheater Theater an der Wien -
L’Orfeo
Jean-Pierre Ponnelle Musiktheater Theater an der Wien -
Peony Pavilion
Peter Sellers Musiktheater Sofiensäle
Musik
Tanz
Spielorte
- Burgtheater
- dietheater Künstlerhaus
- Kasino am Schwarzenbergplatz
- Kleines Theater im Konzerthaus
- Kunsthalle am Karlsplatz
- Musikverein Wien
- Odeon
- Rathausplatz
- Ronacher
- Rosenhügel Studios
- Sofiensäle
- Theater an der Wien
- Theater in der Josefstadt
- Volkstheater