2006

Festivaldatum:
12. Mai – 18. Juni 2006
Geschäftsführung:
Wolfgang Wais, Luc Bondy
Künstlerische Leitung:
Luc Bondy (Intendant), Stéphane Lissner (Musikdirektor), Marie Zimmermann (Schauspieldirektorin)
Eröffnung Wiener Festwochen 2006 © Mike Ranz
Eröffnung Wiener Festwochen 2006 © Mike Ranz

Liebes Publikum!

Unser Plakatmotiv zeigt die beiden weltweit bedeutendsten, inspirierendsten kreativen Köpfe Österreichs: Mozart und Freud. Beide schmollen bei der Vorstellung so prominent „jubiliert” zu werden. Der eine wie der andere hat zu Lebzeiten nicht nur Anerkennung erfahren, sondern auch große Demütigungen, Anfeindungen und Unverständnis. Dem großen Trallala um ihre Person wären sie aufgrund ihrer ausgeprägten Bescheidenheit zurückhaltend begegnet; vielleicht hätte es sie gar depressiv gemacht.

Doch im Mozart-Jahr kommen die Festwochen nicht umhin, Ihnen, hoffentlich anmutig, zu zeigen, dass wir nicht ohne Mozart auskommen. Bei Freud verhält es sich komplexer: Es gibt keine Komposition oder dramatischen Werke von ihm. Doch seine Erkenntnisse über das Unterbewusste, das Über-Ich, seine Neurosenlehre haben unseren Blick für das Ich verändert. Seine „Traumdeutung“ ist auch ein Gründungstext zum Verständnis der Komplexität, Vielschichtigkeit und Unberechenbarkeit jedes schöpferischen Prozesses. Die Psychoanalyse entdeckte im Rückgriff auf das antike Theater die „Dramaturgie“ des Seelenlebens. Seine Theorien haben die Lesart der dramatischen Überlieferung grundlegend verändert und die Dramatiker des 20. Jahrhunderts zu radikalen Neuerfindungen inspiriert. Freud hat das Wesen und die Nachtseiten der Intimität erforscht, uns ermutigt, jenen inneren Raum individueller Erfahrung furchtlos zu betreten. Mozart hat mit seiner Musik die Welt aufgehellt, seine Königin der Nacht leuchtet in der Dunkelheit. Seine Musik lässt unsere Nerven zittern. Die Künstlerinnen und Künstler, die wir nach Wien eingeladen haben, wollen Ihnen das nahe bringen. Mozart ist ein Vorbild - nicht nur in der Musik. Seine Anmut wünschen wir uns im Theaterspiel, seine Wahrheitsliebe, seine Trauer in der Art, wie Theaterstücke unsere Welt beschreiben könnten. Im Sinne eines großen Geistes wie Freud und einer göttlichen Musik möchten wir Ihnen gute Festwochen wünschen.

Herzlichst, Luc Bondy

Programm

Theater

Spielorte

  • Akademietheater
  • Café Terrassinger
  • Halle E im MuseumsQuartier
  • Halle G im MuseumsQuartier
  • Jugendstiltheater
  • Lokale am Wiener Gürtel
  • Musikverein Wien
  • Rathausplatz
  • Schauspielhaus
  • Sportkäfig
  • stadtTheater Walfischgasse
  • Theater an der Wien
  • TROIA-Gebäude, Schwarzenbergplatz
  • Volkstheater