2007

Festivaldatum:
11. Mai – 19. Juni 2007
Geschäftsführung:
Wolfgang Wais, Luc Bondy
Künstlerische Leitung:
Luc Bondy (Intendant), Stéphane Lissner (Musikdirektor), Marie Zimmermann (Schauspieldirektorin)
Eröffnung Wiener Festwochen 2007 © Mike Ranz
Eröffnung Wiener Festwochen 2007 © Mike Ranz

Liebes Publikum,

wie jedes Jahr geben wir Ihnen schon zu Beginn des Winters einen sicheren Ausblick auf den nächsten Theaterfrühling in Wien. 30 Ensembles und Künstler aus 17 Ländern wollen Sie mit ihrer schöpferischen Überzeugungskraft in fremde theatralische Welten führen. Sie werden 24 internationale Premieren erleben, darunter sieben Neuproduktionen, drei Uraufführungen und zwei Auftragswerke.  

Das Musiktheater bringt heuer, fast 30 Jahre nach ihrem epochalen Ring, in Wien erstmals wieder Patrice Chéreau und Pierre Boulez zusammen bei ihrer Neuproduktion von Leoš Janáceks Oper Aus einem Totenhaus nach Dostojewski. Sie wurde 1930 uraufgeführt, also kurz bevor der Begriff des Lagers zum Symbol menschenverachtender, politischer Systeme des 20. Jahrhunderts wurde. Janácek setzte seinem Werk den Gedanken voran: „In jeder Kreatur steckt ein göttlicher Funke.“ Es fällt nicht leicht, weiter an einen solch emphatischen Begriff von Humanität zu „glauben“ – angesichts der Eskalation von Gewalt, Krieg und Zerstörung, die die Welt zur Zeit zu beherrschen scheinen. Kaum ein europäischer Autor hat die Fratzen und Gesten der Macht, die Masken und Listen der Ohnmächtigen so tief und spielerisch ergründet wie Shakespeare.Sein Werk bildet die Achse, um die sich das Schauspielprogramm 2007 in Bewegung setzen wird: Großes Schauspielertheater – Gert Voss als Lear und Angela Winkler als Olivia – und lakonische, ironische Adaptionen aus anderen Theatertraditionen.

Sie werden guten Bekannten wie Peter Zadek oder Frank Castorf wieder begegnen und neue Bekanntschaften schließen, wie z. B. mit Ulrich Rasche oder dem jungen Künstlerduo Auftrag : Lorey. Die Künstler und Ensembles aus Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Kanada, Lettland, Neuseeland, den Niederlanden, Österreich, Schweden, Serbien, Tschechien und den USA zeigen Ihnen und uns die Welt im Zustand des präsenten und zugleich flüchtigen Augenblicks. Der Kompass ihrer in vielen Sprachen und Formen artikulierten Entwürfe könnte ein Gedanke Sören Kierkegaards sein: „Ich bin ein Mensch, wie er in einer Krise notwendig werden könnte: eine Art Probemensch, welcher das Dasein braucht, um sich wohl zu fühlen.“

Herzlichst, Luc Bondy

Programm

Theater

Spielorte

  • Arnold Schönberg Center
  • Badeschiff Wien
  • Burgtheater
  • dietheater Künstlerhaus
  • Filmmuseum
  • Halle E im MuseumsQuartier
  • Halle G im MuseumsQuartier
  • Hofstallungen im MuseumsQuartier
  • Jugendstiltheater
  • ORF RadioKulturhaus
  • Rabenhof Theater
  • Rathausplatz
  • Schauspielhaus
  • Theater Akzent
  • Theater an der Wien
  • Wiener Konzerthaus