2014
Pressetext 2014
Die Wiener Festwochen 2014 sind die ersten der neuen Festwochen-Intendanz: Bei einer Pressekonferenz haben Intendant Markus Hinterhäuser und Schauspieldirektorin Frie Leysen das erste von ihnen verantwortete Programm vorgestellt. Vom 9. Mai bis zum 15. Juni sind bei den Wiener Festwochen 37 Produktionen aus 22 Ländern zu sehen – darunter 2 Uraufführungen, 3 Neuinszenierungen, 2 Europa-Premieren und 9 Premieren im deutschsprachigen Raum. Die Künstler und Ensembles kommen aus Ägypten, Belgien, China, aus der Demokratische Republik Kongo, Deutschland, Frankreich, Japan, Kroatien, Lettland, aus dem Libanon, Mosambik, Portugal, Österreich, Russland, aus der Schweiz, Singapur, Slowenien, Spanien, Südafrika, Südkorea, Ungarn und aus den USA.
Die Wiener Festwochen werden am 9. Mai mit dem traditionellen Eröffnungsfest auf dem Rathausplatz eröffnet. Die erste Premiere findet am 10. Mai statt: Gezeigt wird Michael Thalheimers Inszenierung von Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald vom Deutschen Theater Berlin.
Romeo Castelluccis Neuinszenierung von Glucks Orfeo ed Euridice für die Wiener Festwochen ist am 11. Mai die erste Opernpremiere. Im entmystifizierten Bereich der Medizin befragt der Künstler den Mythos von Orpheus und Eurydike auf seine Gegenwärtigkeit. Die Neufassung der Oper Bluthaus von Georg Friedrich Haas mit dem Text von Händl Klaus wird bei den Wiener Festwochen uraufgeführt. Die Geschichte um das Geheimnis des Bluthauses, das inzestuöse Verhältnis des Vaters zu seiner Tochter, wird von Peter Mussbach in Szene gesetzt. (Premiere 21. Mai)
William Kentridge sieht Schuberts Winterreise als „Trio für Sänger, Pianist und Filmprojektor“. Für seine szenische Umsetzung des Liederzyklus für die Wiener Festwochen zeichnete der südafrikanische Künstler 24 Animationsfilme, die Landschaften als Metaphern des Erinnerns und Vergessens zeigen. Der Sänger ist Matthias Goerne, am Klavier Markus Hinterhäuser. (Premiere 9. Juni) Mit In Praise of Shadows und A Brief History of Colonial Revolts – Drawing Lesson One and Two – wird William Kentridge zwei seiner Norton-Lectures bei den Wiener Festwochen geben. (10. und 11. Juni)
In Zusammenarbeit mit dem Wiener Konzerthaus ist Galina Ustwolskaja eine Hommage gewidmet. An einem Wochenende (31. Mai und 1. Juni) finden vier Konzerte statt. Ein Filmporträt und ein Gespräch bieten Gelegenheit, das Werk der 2006 verstorbenen russischen Komponistin näher kennenzulernen.
Vom Madrider Teatro Real kommt Michael Hanekes Così fan tutte-Inszenierung zu den Wiener Festwochen. (Premiere 2. Juni) Nach Mozarts Don Giovanni ist Così fan tutte die zweite Opernregie des Filmregisseurs. Eingeladen von den Wiener Festwochen werden die deutschen Elektro-Pioniere Kraftwerk ihr Gesamtwerk im Burgtheater aufführen. Mit der 3-D-Konzertreihe Der Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8 stellen sie von 15. bis 18. Mai an vier Abenden jeweils zwei ihrer legendären Musikalben ins Zentrum (nur Online-Vorverkauf, ab 28. Januar).
Im Fokus der Festwochen 2014 steht der 91-jährige Meisterregisseur Claude Régy aus Paris. Erstmals werden Arbeiten von ihm in Österreich zu sehen sein. Mit Maeterlincks selten gespieltem Stück Intérieur (ab 11. Mai) und mit La Barque le soir (ab 11. Juni) nach dem autobiografischen Roman des norwegischen Autors Tarjei Vesaas präsentieren die Festwochen zwei Inszenierungen eines der wichtigsten französischen Theatermacher.
Die Wiener Festwochen widmen dem in Taipeh lebenden chinesisch-malaysischen Filmregisseur, bildenden Künstler und Theatermacher Tsai Ming-liang eine Personale. In Zusammenarbeit mit dem Stadtkino im Künstlerhaus wird eine Retrospektive seiner Filme, die u.a. mit dem Goldenen Löwen und dem Großen Preis der Jury beim Filmfestival in Venedig ausgezeichnet wurden, gezeigt. Während der Wiener Festwochen werden seine Videoinstallation It‘s a dream in der Passagegalerie des Künstlerhauses und seine Kurzfilmreihe Walker mit Lee Kang-sheng als Videoinstallation an verschiedenen Orten der Stadt zu sehen sein. Der Mönch aus der Tang-Dynastie, die neue Theaterarbeit von Tsai Ming-liang, die von den Wiener Festwochen initiiert und koproduziert wurde, vervollständigt die Personale. (Premiere 16. Mai)
Phantastisches Bildertheater bietet Dmitry Krymov, der in Tararabumbia einen Parforceritt durch die russische Geschichte unternimmt – mit Schauspiel, Musik, Puppenspiel, Tanz, 80 Mitwirkenden und mehr als 500 Kostümen. Die Wiener Festwochen präsentieren den russischen Bühnenbildner und Regisseur erstmals einem österreichischen Publikum. (Premiere 28. Mai) In Van den vos, das auf der mittelalterlichen Fabel von Reineke Fuchs beruht, verbindet FC Bergman – ein junges belgisches Kollektiv bestehend aus sechs Schauspielern, Autoren und Filmemachern – Theater, Film, Tanz, Performance und Musik zu einem opulenten Bilder- und Musiktheater. (Premiere 14. Mai) Matthew Barney zeigt bei den Wiener Festwochen sein neues filmisches Monumentalepos, River of Fundament. Basierend auf Norman Mailers Ancient Evenings, einem Roman über die Zyklen von Tod und Wiedergeburt, montiert der US-amerikanische Künstler in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Jonathan Bepler Performances, Film und Musik zu einer fünfstündigen Filmoper. (Premiere 14. Mai)
In Coup Fatal arbeiten der kongolesische Countertenor Sergej Kakudji und der belgische Choreograf Alain Platel zusammen. Mit Barockmusik, Tanz und Theater kreieren sie eine Hommage an die Musik des Barock und die düstere Eleganz des Kongo. Die Uraufführung findet am 10. Juni bei den Wiener Festwochen statt. Der südafrikanische Theatermacher Brett Bailey und der belgische Komponist Fabrizio Cassol nützen in ihrer Neubearbeitung von Macbeth Verdis Oper um Leidenschaft, Macht und Hexerei als Vorlage, um damit die Geschichte der anhaltenden Massaker im Kongo zu erzählen – mit historischer Genauigkeit und in einer unerwarteten Mischung verschiedener Theater- und Musikstile. (Premiere 24. Mai)
Johan Simons inszeniert Jean Genets selten gespieltes Stück Die Neger mit Schauspielern der Münchner Kammerspiele und des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Die Premiere dieser Neuinszenierung, eine Koproduktion von Wiener Festwochen, Kammerspiele München und Deutsches Schauspielhaus Hamburg, findet bei den Wiener Festwochen statt. (Premiere 3. Juni) Aus Lettland gastiert Stavangera (Pulp People), eine bitterböse Gesellschaftssatire, die der russische Theatermacher Konstantin Bogomolov mit dem Ensemble vom Liepāja-Theater erarbeitet hat. (Premiere 23. Mai) Mit seiner jüngsten Arbeit Titkaink am Bárka Színház in Budapest versucht der Autor, Regisseur und Schauspieler Béla Pintér die Aufarbeitung der sozialistischen Vergangenheit Ungarns und thematisiert die aktuelle politische Situation in unserem Nachbarland. (Premiere 18. Mai) In Riding on a cloud lässt Rabih Mroué seinen Bruder Yasser das gemeinsam durchlebte Schicksal rekonstruieren. Mit ironischer Distanz beschreibt der aus Beirut stammende Autor und Regisseur aus der Unmittelbarkeit des persönlich Erlebten den Bürgerkrieg in seiner Heimat. (Premiere 12. Mai) Ten Thousand Tigers handelt von der symbolischen Bedeutung des Tigers im asiatischen Raum, auf die Bühne gebracht mit großartigen Bilderkreationen von Ho Tzu Nyen aus Singapur. Mit dieser Festwochen-Koproduktion (Europa-Premiere in Wien) wird zum ersten Mal eine Bühnenarbeit des Filmregisseurs und Theatermachers, der wiederholt bei den Filmfestspielen von Cannes und Venedig zu Gast war, in Österreich gezeigt. (Premiere 1. Juni) Sungmin Hong hat Schauspielerinnen aus fünf südkoreanischen Romeo und Julia-Inszenierungen ausgewählt, die in Juliettttt simultan ihren Part spielen. Der bildende Künstler und Regisseur aus Seoul wird mit dieser Festwochen-Koproduktion (Europa-Premiere in Wien) erstmals in Europa vorgestellt. (Premiere 6. Juni) Mit der tiefgründigen Groteske Die Kiste im Baumstamm ist zum ersten Mal eine Arbeit des Tokioter Psychoanalytikers, Autors und Regisseurs Kuro Tanino bei den Wiener Festwochen zu sehen. (Premiere 30. Mai) In Germinal, einer surrealen, schrullig-ironischen Meditation über das Verhältnis von Technik, Wissen und Macht, erforschen das französisch-belgische Theaterduo Halory Goerger und Antoine Defoort gesellschaftliche Zusammenhänge und zwischenmenschliche Beziehungen. (Premiere 12. Juni) Yan Duyvendak und Roger Bernat kombinieren in Please, Continue (Hamlet) Shakespeares Tragödie mit einem realen Mordfall und thematisieren, wie zufällig Rechtsprechung sein kann. Neben drei Schauspielern wirken ein Richter, zwei Rechtsanwälte, ein Staatsanwalt, ein Psychiater, ein Gerichtsdiener mit – alle Vertreter der österreichischen Justiz und Rechtsanwaltschaft. Das Publikum sind die Geschworenen. (Premiere 7. Juni)
Die Wiener Festwochen präsentieren verschiedene Tanzproduktionen und Choreografien mit völlig unterschiedlichen Tanzsprachen: Marlene Monteiro Freitas aus Lissabon zeigt mit Guintche ihre dritte eigene Arbeit. (Premiere 22. Mai) In The Marrabenta Solos erzählt Panaibra Gabriel Canda die Geschichte seines Heimatlandes Mosambik mit Hilfe seines Körpers. (Premiere 17. Mai) Aus Peking gastiert das TAO Dance Theater, das von Tao Ye die Choreografien 4 + 2, ein Quartett und ein Duo, als Doppelabend zeigt (Premiere 31. Mai).
In der Ausstellung Domo de Europa Historio en Ekzilo/Das Haus der europäischen Geschichte im Exil blickt der belgische Theatermacher Thomas Bellinck auf die Europäische Union als ein historisches Intermezzo. (Ehemalige Unternehmenszentrale der Post, ab 14. Mai)
Das Kuratorinnenkollektiv What, How and for Whom/WHW aus Zagreb kuratiert die Ausstellung Meeting Points 7: Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks. (Belvedere/21er Haus, Eröffnung 9. Mai) Die Ausstellung Al Araba Al Madfuna präsentiert den ägyptischen Künstler Wael Shawky. Gezeigt werden seine Filme Al Araba Al Madfuna I und Al Araba Al Madfuna II, koproduziert von den Wiener Festwochen. Neben dem Diptychon wird auch Telematch Shelter zu sehen sein. (Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus, Eröffnung 10. Mai)
Im Rahmen von Into the City verwandelt das russische Künstlerkollektiv Chto Delat (deutsch: Was tun?) mit der Installation Face to Face with the Monument den Wiener Schwarzenbergplatz fünf Wochen lang in ein Forum zum Thema Erinnerungskultur. Der „Unbekannte Soldat“ wird von seinem Monument geholt und als verfremdete Skulptur Teil der Installation. (Schwarzenbergplatz, Eröffnung 16. Mai)
Bei den Wiener Festwochen 2014 wird es im Künstlerhaus erstmals ein Festwochen-Zentrum geben: ein Treffpunkt für Künstler und Künstlerinnen, Publikum und alle Interessierten, ein Ort der Begegnung und des Austausches, wo Salongespräche, Filmmatineen, Ausstellungen, Premierenfeiern stattfinden. (10. Mai bis 15. Juni, täglich ab 10 Uhr).
Programm
Theater
-
Der Mönch aus der Tang-Dynastie
Tsai Ming-liang
Schauspiel Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien (Semperdepot) -
Die Kiste im Baumstamm
Kuro Tanino
Schauspiel brut im Künstlerhaus -
Die Neger
Jean Genet, Johan Simons
Schauspiel Theater Akzent -
Germinal
Halory Goerger, Antoine Defoort
Schauspiel Odeon -
Geschichten aus dem Wiener Wald
Ödön von Horváth, Michael Thalheimer
Schauspiel Volkstheater -
Intérieur
Maurice Maeterlinck, Claude Régy
Schauspiel Halle G im MuseumsQuartier -
Juliettttt
Sungmin Hong
Schauspiel brut im Künstlerhaus -
La Barque le soir
Tarjei Vesaas, Claude Régy
Schauspiel Halle G im MuseumsQuartier -
Please, Continue (Hamlet)
Yan Duyvendak, Roger Bernat
Schauspiel Odeon -
Riding on a cloud
Rabih Mroué
Schauspiel brut im Künstlerhaus -
Stavangera (Pulp People) / Stavanger (Pulp People)
Konstantin Bogomolov
Schauspiel Halle G im MuseumsQuartier -
Tararabumbia
Dmitry Krymov
Bildertheater Halle E im MuseumsQuartier -
Ten Thousand Tigers
Ho Tzu Nyen
Bildertheater Halle G im MuseumsQuartier -
Titkaink
Belá Pínter
Schauspiel Halle G im MuseumsQuartier -
Van den vos
FC Bergman, Liesa Van der Aa, Solistenensemble Kaleidoskop, Josse De Pauw
Theater, Musik Odeon
Musiktheater
Musik
-
Coup Fatal
Serge Kakudji, Alain Platel, Fabrizio Cassol, Rodriguez Vangama
Musik, Theater Burgtheater -
Der Katalog - 1 2 3 4 5 6 7 8
Kraftwerk
Konzert Burgtheater -
Festwochenkonzerte 2014
Musik, Konzert Musikverein Wien -
Macbeth
Brett Bailey, Fabrizio Cassol, Premil Petrović
Musik, Theater Odeon -
Winterreise
William Kentridge
Konzert, Theater Halle E im MuseumsQuartier
Tanz
Bildende Kunst
-
Al Araba Al Madfuna
Wael Shawky
Ausstellung Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus -
Domo de Europa Historio en Ekzilo
Thomas Bellinck
Ausstellung, Performance Ehemalige Unternehmenszentrale der Post -
Face to Face with the Monument
Chto Delat
Visual Arts, Installation, Film, Ausstellung, Performance, Musik, Lecture, Lesung, Workshop Schwarzenbergplatz -
It's a dream
Tsai Ming-liang
Videoinstallation Passagegalerie im Künstlerhaus -
Meeting Points 7:
What, How and for Whom / WHW
Ausstellung 21er Haus -
Walker
Tsai Ming-liang, Lee Kang-sheng
Videoinstallation verschiedene Orte in Wien
Film
Spielorte
- 21er Haus
- Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien (Semperdepot)
- brut im Künstlerhaus
- Burgtheater
- Ehemalige Unternehmenszentrale der Post
- Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus
- Halle E im MuseumsQuartier
- Halle G im MuseumsQuartier
- Musikverein Wien
- Odeon
- Passagegalerie im Künstlerhaus
- Rathausplatz
- Schwarzenbergplatz
- Stadtkino im Künstlerhaus
- Theater Akzent
- Theater an der Wien
- verschiedene Orte in Wien
- Volkstheater
- Wiener Konzerthaus, Mozart-Saal


