2025

Festivaldatum:
16. Mai – 22. Juni 2025
Geschäftsführung:
Milo Rau, Artemis Vakianis
Künstlerische Leitung:
Milo Rau
Eröffnung Wiener Festwochen 2025 © Inés Bacher
Eröffnung Wiener Festwochen © Inés Bacher

Für fünf Wochen wurde die Freie Republik Wien zu einer REPUBLIK DER LIEBE

Von großen Klassikeradaptionen zu intimen Monologen, von Diskurs-Orgien zu wilden schamanistischen Partys, von Musiktheater zu radikaler Polit-Kunst: Unter dem Claim V is for loVe erklärten die Wiener Festwochen | Freie Republik Wien die österreichische Hauptstadt im Frühjahr 2025 zur REPUBLIK DER LIEBE! Nach der betont politischen Ausgabe des Jahres 2024 wendete sich die Freie Republik im zweiten Jahr ihres Bestehens dem Inneren zu, den heißen und zartfühlenden, aber auch den düsteren Gefühlen: Was heißt Liebe? Wie lieben und wie hassen, wie trauern und wie hoffen wir? Wie hängt Liebe mit Verlangen, Vertrauen, Schönheit und Gemeinschaft zusammen – aber auch mit Besitz, Macht, Zerwürfnis und Krieg?

Das erste Jahr der Freien Republik war ein Jahr der Gründungen: des Rats der Republik, des Hauses und des Clubs der Republik, sowie neuer Diskursformate wie der Wiener Prozesse und der Akademie Zweite Moderne zur Förderung einer gendergerechten, vielfältigen Musikkultur. Zum ersten Mal in der Geschichte gab sich ein Kunstfestival zusammen mit der Bevölkerung eine eigene Hymne, eine Flagge und mit der Wiener Erklärung eine Verfassung. „Wien ist wieder Hotspot der Theaterwelt“, jubelte DER SPIEGEL, Agence France-Presse wurde gar Zeugin einer „institutionellen Revolution“.

Auf die großen Verlautbarungen des vergangenen Jahres folgten 2025 die großen Emotionen! Das Herz der REPUBLIK DER LIEBE war das Haus der Republik: Hier folgten Late Night Shows, Konzerte und Partys aufeinander und lud eine Vielzahl von Performer:innen mit der Campfire-Reihe in den Garten des mythischen Funkhauses. Theorie-Ikonen wie Eva Illouz debattierten genauso wie ehemalige RAF-Mitglieder, Weltstars wie Laurie Anderson saßen mit Sexarbeiter:innen am Lagerfeuer, Aktivist:innen trafen auf Nachtschwärmer:innen – und das Performance-Kollektiv SIGNA verwandelte das Dachgeschoss des Funkhauses mit Das Letzte Jahr in eine immersive Performance-Installation.

Denn auch in ihrem zweiten Jahr war die Freie Republik vor allem eines: eine Republik der Künste! Während fünf Wochen überzogen Künstler:innen aus der ganzen Welt Wien mit über 40 Theater- und Musikproduktionen, Installationen und Community-Projekten und Ökosystemen der Liebe – global, vielfältig, überraschend und entfesselt. Kann die Liebe politische Abgründe überwinden? Dies fragte sich Julian Hetzel in seiner Performance Three Times Left is Right, in der ein alter Linker mit einer neuen Rechten Liebe und Leben teilt. In La Gouineraie (Der Lesbengarten) stellten die Radikal-Performerinnen Rébecca Chaillon und Sandra Calderan ihr eigenes Liebesmodell ins Zentrum und damit die Normativität eines Papa-Mama-dominierten Weltbilds in Frage. The Second Woman war gleich ein 24-Stunden-Marathon der Liebesbeziehungen. Die Schauspielerin Pia Hierzegger traf auf 100 Männer* – jede Begegnung bekam dabei ihre ganz eigene Dynamik. In ihrem neuen Projekt The Brotherhood widmete sich die Extremperformerin Carolina Bianchi Männerpakten und ihren Codes, in die Frauenfeindlichkeit und Gewalt eingeschrieben sind, während die japanische Regisseurin Satoko Ichihara in Kitty den Niedlichkeitshype spielerisch als Macht-Konstrukt entlarvte.

Wie nehmen wir Abschied von dem, was wir lieben?

In No Yogurt for the Dead, der neuesten Ausgabe von Histoire(s) du Théâtre, trauerte Tiago Rodrigues auf zutiefst berührende Weise um seinen Vater, während der albanische Shootingstar Mario Banushi in seiner weltweit gefeierten Arbeit Goodbye, Lindita ein Bilderuniversum kreierte, in dem Lebende und Tote aufeinandertreffen. Die Produktion The Grief of Red Granny nahm sich mit Stabat Mater dem vielleicht berührendsten Werk der Musikgeschichte an und mischte es mit afrikanischen Trauerritualen. In dem Projekt Centroamérica überwand die mexikanische Theatergruppe Lagartijas tiradas al sol wortwörtlich Grenzen, um einen Toten zu beerdigen. Im Volksstück Ein gefräßiger Schatten des Argentiniers Mariano Pensotti, das durch 15 Bezirke tourte, traf anlässlich eines Filmprojekts ein Bergsteiger auf sein Schauspieler Alter-Ego – der Beginn einer genauso emotionalen wie philosophischen Berg- und Talfahrt.

Brand New Classics

Aber auch das zweite Jahr der Freien Republik stand im Zeichen der großen (Skandal-)Texte der Weltliteratur. Wir widmeten ihnen eine eigene Reihe, die BRAND NEW CLASSICS: Mit Elfriede Jelineks Burgtheater kam endlich das zugleich unbekannteste und umstrittenste Stück der österreichischen Theatergeschichte auf die Bühne. Frankreichs Theater-Ikone Séverine Chavrier dramatisierte in Ils nous ont oubliés einen anderen österreichischen Klassiker – Thomas Bernhards Roman Kalkwerk – als genauso anrührende wie dysfunktionale Liebesgeschichte. Kurdwin Ayub widmete sich in ihrer ersten Theaterarbeit Weiße Witwe mit einem Star-Ensemble um Georg Friedrich und Rapperin addeN der Legende um die Geschichtenerzählerin Scheherazade – angesiedelt in einer Zukunft, in der eine muslimische Königin über Europa regiert.

Weiter ging es im Klassikerreigen mit einer ausschließlich weiblich besetzten argentinischen Tschechow-Adaption Gaviota (Die Möwe). Christopher Rüping verband in All About Earthquakes Kleists Erdbeben in Chili und bell hooks’ All About Love: Wie fühlt sich die Liebe nach dem Weltuntergang an? In Robin Hood, unserem Familienstück 2025, brachten Wu Tsang & Moved by the Motion eine Feier der Freundschaft (und Revolte) auf die Bühne. Wien-Liebling Julien Gosselin erschuf ein zehnstündiges Jung-Schauspieler:innen-Fest um Liebe, Kunst und Gewalt (Musée Duras). Und der belgische Regie-Shootingstar Lisaboa Houbrechts inszenierte mit Moeder Courage (Mutter Courage) von Bertolt Brecht den Widerstandskampf einer Mutter und Frau im Krieg.

Für die Wiener Festwochen | Freie Republik Wien
Milo Rau

Programm

Performance

Spielorte

  • 48er-Tandler Margareten
  • AK Wien Bildungsgebäude
  • Akademietheater
  • Burgtheater
  • CAPE 10
  • Club der Republik - Funkhaus
  • Donauinsel (Donaustadtbrücke)
  • Donauinsel (Reichsbrücke)
  • F23
  • Fußballverein 1210 Wien
  • Grätzl-Zentrum Hernals
  • Halle E im MuseumsQuartier
  • Halle G im MuseumsQuartier
  • Haus der Republik – Funkhaus
  • Italienisches Kulturinstitut Wien
  • Judenplatz
  • Kosmos Theater
  • Kunst- und Kulturzentrum Semmelweisklinik
  • Lugner City (Showbühne)
  • Odeon
  • ORF RadioKulturhaus
  • Pfarrkirche St. Elisabeth
  • Rathausplatz
  • Schauspielhaus Wien
  • Schloss Neugebäude
  • Strandbad Gänsehäufel
  • Studio Molière
  • verschiedene Schulen
  • Theater Akzent
  • Theater Arche
  • Theater Nestroyhof Hamakom
  • Tschauner Bühne
  • Volkstheater
  • Walz Wiener Lernzentrum