Brasilien. Cinema novo und tropische Moderne, 1929-2003
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Beschreibung
Das Österreichische Filmmuseum präsentiert erstmals eine umfassende Retrospektive zum brasilianischen Kino. Der Zeitraum der Schau reicht von der Avantgarde der 1920er Jahre bis zu Filmen der Gegenwart.
Im Mittelpunkt steht das Cinema Novo, jene weltweit gefeierte und einflussreiche Erneuerung des brasilianischen Kinos in den 60er Jahren, die von Regisseuren wie Glauber Rocha, Nelson Pereira dos Santos oder Ruy Guerra in Gang gesetzt wurde. In Anschluss an die wirtschaftliche und soziale Modernisierung Brasiliens nach dem Zweiten Weltkrieg – und zugleich als kritisches Korrektiv der politischen Entwicklung – blieb das Cinema Novo weit über den Beginn der Militärdiktatur im Jahr 1964 hinaus prägend für den intellektuellen Diskurs in Lateinamerika und Europa.
Der Anspruch auf eigenständige, nationale Formen der Moderne ist schon bei den (Film-) Künstlern der 20er Jahre ablesbar. Und er gilt bis heute, vom Kino-Tropicalismo der 70er Jahre bis hin zum zeitgenössischen Versuch, die populären Mythologien filmisch neu zu beleben. Die vielstimmige Verbindung von Modernität, Popkultur und den Erfahrungen der Eingeborenen, der ehemaligen Sklaven sowie der ehemaligen Kolonisatoren ist für Brasiliens „tropischen Multikulturalismus“ eine wesentliche Strategie geblieben.
Credits
Produktion
Österreichisches Filmmuseum In Zusammenarbeit mit Wiener Festwochen