Dantons Tod
Christoph Marthaler, Georg Büchner
Infos
Beschreibung
Georg Büchners Drama Dantons Tod spielt zur Zeit der „Terreur“, als die Französische Revolution das Projekt der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit an die Gewalt verliert. Büchner schrieb es in wenigen Wochen. Er reflektiert die tragische Selbstzerstörung der Revolution am Kampf zweier Männer, die einmal Weggefährten waren, jetzt Feinde sind; von denen der eine das Prinzip des Siegen-Müssens um jeden Preis vertritt und der andere die Flucht vor dem Handeln. Das Stück spielt wenige Tage vor der Hinrichtung Dantons. Christoph Marthaler inszeniert dieses Drama als retrospektive Befragung, Erinnerung und Vergegenwärtigung aller strukturell verratenen Revolutionen: der bürgerlichen, der sozialistischen und ihrer Rezeption in der Revolte der so genannten 68er Generation. Aus den Glücksversprechen sind paranoide Diktaturen geworden. Die Guillotinen hatten die Realität auf ihrer Seite. Am Ende stehen Danton und seine Freunde in einem leeren Raum und haben Angst vor dem Sterben. Marthaler erzählt diese böse, wahre Geschichte mit Melancholie, euphorischer Hingabe ans Leben und vielen Liedern aus allen Revolutionen. Die Restaurations-Fortsetzung heißt O.T. Eine Ersatzpassion.
Die Inszenierung war eine der letzten Züricher Arbeiten Christoph Marthalers. Sie wurde 2004 zum Berliner Theatertreffen eingeladen.
Credits
Künstlerisches Team
Mit Robert Hunger-Bühler, Matthias Matschke, Ueli Jäggi, Josef Ostendorf, Jean-Pierre Cornu, Bernhard Landau, Hanspeter Müller-Drossaart, Graham F. Valentine, Olivia Grigolli, Judith Engel, Bettina Stucky, Jürg Kienberger, Altea Garrido, Jürg Kienberger, Altea Garrido Musik Jürg Kienberger und Martin Schütz Akrobatischer Umbauer Thomas Stache Regie Christoph Marthaler Bühne und Kostüme Anna Viebrock Musik Jürg Kienberger, Martin Schütz, Christoph Marthaler Licht Ginster Eheberg Dramaturgie Stefanie Carp Regieassistenz David Unseld Bühnenbildassistenz Silvia Burgermeister, Ramallah Aubrecht Kostümassistenz Charlotte Willi Inspizienz Irene Herbst Souffleuse Gerlinde Uhlig-Vanet Regiehospitanz Anna Courvoisier, Julie Paucker Dramaturgiehospitanz Simone Markovic Bühnenbildhospitanz David Kühne
Produktion
Gastspiel Schauspielhaus Zürich, Schweiz