Die unheilbringende Zauberkrone oder König ohne Reich, Held ohne Mut, Schönheit ohne Jugend

Tragisch-komisches Original-Zauberspiel in zwei Aufzügen
Helmut Wiesner
1990

Infos

Jahr
1990
Aufführungsdaten
25. Mai bis Ende Juni
Spielort
Theater Gruppe 80
Genre
Theater

Beschreibung

Jetzt hat das Theater Gruppe 80 sich - nach dem Erfolg von „Moisasurs Zauber­fluch" vor zwei Jahren - gerade wieder einen solchen ernsten Raimund vorgenommen; den tragischsten von allen wahrscheinlich: „Die unheilbringende Zauberkrone oder König oh­ne Reich, Held ohne Mut, Schönheit ohne Jugend". Ein verschrobenes, ein unangeneh­mes Stück: In zum Teil hilflosen, tragikomi­schen poetischen Bauchaufschwüngen wer­den Märchenmotive, klassische Sagen und eigenartige, phantastische Wahnbilder zu einem Ganzen verwoben, das mehr den Gesetzmäßigkeiten des Alptraums folgt als irgendeiner anderen Dramaturgie.

Da wird am laufenden Band gestorben, getötet, betrogen, gelogen; selbst das unum­gängliche Happy End fordert noch eine Lei­che. Die Helden - der Dichter Ewald und der Schneider Simplizius Zitternadel (Raimunds Rolle) - lösen ihre märchenhaften Aufgaben zur Stürzung des Usurpators Phalarius nicht etwa getreu herkömmlicher Märchen-Moral durch besondere Schläue und/oder Mut und Kraft, sondern schlicht und einfach durch Betrug. Eine Zauberfackel mit „narkotischen" Kräften hilft ihnen, ihrem Publikum die Lö­sung von zwei der Aufgaben mit ziemlicher Grausamkeit vorzugaukeln; auch der „Held ohne Mut" - niemand anderer als der soge­nannte „feige Dümmling" Zitternadel - gerät mit Hilfe eines Blut-Tranks kurze Zeit in jene tollwütige Rage, die das Problem „löst". Nie sonst wurde übrigens von Raimund selbst seine hypochondrische Tollwut-Furcht, die ihn letztlich das Leben kostete, derart deut­lich in einem Stück angesprochen und zu­gleich sublimiert.

Zum „tragisch-komischen Original-Zauber­spiel", dieser Gratwanderung zwischen Scheinmoral, Fieberwahn und romantischem Märchentraum, soll im Theater Gruppe 80 denn auch ein direkter Bezug zur Biographie des Dichters hergestellt werden: ebenfalls bereits Tradition für die Raimund-Inszenie­rungen Helmut Wiesners.

Lies Kató

Credits

Künstlerisches Team

Inszenierung Helmut Wiesner Bühnenbild Carlo Tommasi in Zusammenarbeit mit Susanne Pfanner Kostüme Maxi Tschunko Musik Wolfgang Florey Mit Sebastian Hufschmidt, Ottwald John, Michael Maassen, Jost Meyer, Stephan Wolf­-Schönburg, Alexander Lhotzky, Elke Clau­dius, Helga lllich, Magdalena Knapp-Menzl, Ariane Payer, Adeline Schebesch, Katrin Thurm

Produktion

Theater Gruppe 80 mit Unterstützung der Wiener Festwochen