Hauptdarsteller – Selbstdarsteller
Sepp Dreissinger
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Beschreibung
Hauptdarsteller - Selbstdarsteller Portraits zur Kunst in Österreich. Photographien von Sepp Dreissinger & Selbstdarstellungen der Abgebildeten
Wenn sich Maler, Musiker, Schriftsteller und Schauspieler von Sepp Dreissinger photographieren lassen, wissen sie, daß sie keine neutrale Ablichtungs-Prozedur durchlaufen. Sie lassen sich auf eine Beziehung mit Widerhaken ein, die ihnen abverlangt, über ihr öffentliches Gesicht nachzudenken. Deshalb umfaßt die Schau nicht nur Bilder, sondern auch Reaktionen der Dargestellten (Texte, Übermalungen, Gegendarstellungen).
Viele der Photos haben eine lange und von vielen Gesprächen begleitete Vorgeschichte. Eher sind es die Schwierigen, die Dreissinger interessieren, und die ihm gegenüber– wie etwa Thomas Bernhard – darauf verzichten, auf ihre gewohnte Deckung zu achten. Die Portraitserie entstand aus einer Lesereihe, die Dreissinger im Salzburger Cafe Mozart in den frühen achtziger Jahren begründete und für die er die Plakate selbst produzierte. Unter den ersten, die er in der Rolle von Kultur-Selbstdarstellern photographierte, waren H. C. Artmann, Friedrich Gulda und Andre Heller.
Keine bilanzierende Dokumentation des österreichischen Kultur-Olymps ist Dreissingers Ziel. Das verbindende Element zwischen den Photos „ist einzig und allein die persönliche Ausstrahlung, die die Künstler auf mich haben". Bei aller Subjektivität von Auswahl und Blick ergeben sich aber allgemeine Fragen: Wie „spielen" sich Künstler? Wie sehr wird ihre „Selbstdarstellung" zum Faktor ihrer Wirkung? Kann man Haltung in Gesichtern sehen? Gibt es Entsprechungen zwischen Werk und Aussehen?
Die Festwochen-Ausstellung ist für Sepp Dreissinger vorläufiger Abschluß seiner Portrait-Besessenheit. Rund 60 Künstlerportraits werden zu sehen sein - von Artmann bis Weiler, von Qualtinger bis Puschnig, von Minetti bis Starnberger, von Nenning bis Ostbahn-Kurti.
Wolfgang Kos