Lucio Silla
Claus Guth, Nikolas Harnoncourt
Infos
Beschreibung
Ein 16-jähriger Komponist, eine streng reglementierte, wenn nicht schon erstarrte Gattung – die „opera seria“, das durch antike Zeitzeugen überlieferte Portrait eines willkürlichen, grausamen und habgierigen Diktators Lucius Cornelius Sulla, despotische Sänger und enormer Zeitdruck: Dies waren die Bedingungen, unter denen Wolfgang Amadeus Mozart seinen Lucio Silla als Auftragswerk zur Eröffnung der Mailänder Karnevalssaison 1772/73 komponierte. Entstanden ist ein Werk, mit dem der geniale Teenager im Bunde mit dem 29-jährigen Librettisten Giovanni de Gamerra den Konventionen der Gattung an der Oberfläche Rechnung trug, um sie zugleich auf subtile Weise zu unterlaufen.
Und jeder Figur wird über das Libretto hinaus Züge gegeben, wie sie die traumwandlerische Sicherheit des geborenen Dramatikers findet, um genau die Punkte zu treffen, auf die es ankommt, um eine Figur zum Leben zu bringen. – Das gehört zum Unerklärlichen des Genies. Nikolaus Harnoncourt.
Diese Festwochen-Premiere von Nikolaus Harnoncourt und Claus Guth, die erstmals zusammenarbeiten, lässt eine unkonventionelle Interpretation von Mozarts Jugendwerk, in dem die Humanität über die Selbstherrlichkeit siegt, erwarten. Sie ist gleichzeitig ein Präludium zum Mozart-Jahr 2006.
Credits
Künstlerisches Team
Musikalische Leitung Nikolas Harnoncourt Inszenierung Claus Guth Bühne und Kostüme Christian Schmidt Licht Manfred Voss Dramaturgie Ronny Dietrich Mit Kurt Streit, Patricia Petibon, Bernarda Fink, Annette Dasch, Martina Janková, Cornel Frey Orchester Concentus Musicus Wien Chor Arnold Schoenberg Chor Choreinstudierung Erwin Ortner Studienleitung Christian Koch Regieassistenz und Abendspielleitung Eva-Maria Höckmayr, Andri Hardmeier Bühnenbildassistenz Karl Gölkel Kostümassistenz Angela Loewen Bühnenbildhospitanz Jura Gröschl Kostümhospitanz Nina Fahrbach
Produktion
Produktion Wiener Festwochen Koproduktion Theater an der Wien, Vereinigte Bühnen Wien in Kooperation mit dem Wiener Mozartjahr 2006