Oom Vanja
Onkel Wanja
Luc Perceval, Anton Tschechow
Infos
Beschreibung
Nichts Schönes, nichts Sentimentales zeigt uns Luk Perceval in seiner flämischen Wanja-Inszenierung. Eine trostlose Menschengesellschaft hockt auf kleinen Stühlen, die schief auf einem Wellenschlagenden Parkettboden stehen, ihre Sprache ist grob, ihre Kleidung ist scheußlich, und sie leiden an der Bitternis ihrer unterdrückten Emotionen.
Wanja hat das Familiengut viele Jahre verwaltet, ein langsames, langweiliges Landleben geführt, den älteren Bruder, der als Professor für Kunstgeschichte in den Städten lebt, bewundert, und seine Verliebtheit zu dessen junger Frau unterdrückt. Deren Erscheinen weckt bei gelegentlichen Besuchen die verschütteten Bedürfnisse. Sie machen Geständnisse, und sie machen sich lächerlich; Wanja wird zum Schluss in einem maßlosen Wutanfall ausbrechen, der lebendige Erschütterung bringt, aber keine Erleichterung. Verzweifelte Tänze um den Wunsch nach Nähe, dann sitzen wieder alle auf Stühlen, es bleibt wie es ist, traurig, ungerecht und herzzerreißend, ein Stillstand verpasster Chancen und allergrößte Schauspielkunst.
So nah und so wirklich wie Luk Perceval und die flämischen Schauspieler des Toneelhuis Antwerpen werden selten auf dem Theater die Menschen angeschaut.
Credits
Künstlerisches Team
Text Anton Tschechow Inszenierung Luk Perceval Textfassung Jan Van Dyck, Luk Perceval Bühne Annette Kurz Kostüme Ilse Vandenbussche Licht Mark Van Denesse Mit Kristin Arras, Ruth Becquart, Gilda De Bal, Vic De Wachter, Tom Dewispelaere, Hans Van Dam, Jos Van Gorp, Ariane van Vilet
Produktion
Gastspiel Het Toneelhuis, Antwerpen, Belgien