Purgatorio
Romeo Castellucci, Socìetas Raffaello Sanzio
Infos
Beschreibung
Romeo Castellucci ist ein bildender Künstler der theatralisch arbeitet. Seine Bilder sind verstörend irritierend suggestiv und entziehen sich einer Sinngebung. Sie treffen direkt ins Unbewusste. Für das Festival d’Avignon inszenierte er Dantes Divina Commedia. Purgatorio ist der Weg der büßenden Seelen von der Hölle ins Paradies. Aber Castelluccis Purgatorio ist höllischer als die Hölle. Es ist das voraussehbare Leben. Ein modernes bürgerliches Designerinterieur in dem drei einsame Protagonisten Mutter Sohn und Vater die in den Szenenübertiteln Sterne 1, 2 und 3 genannt werden das tun wozu sie verdammt sind. Das nachgeahmte Leben hat seine eigene grausame Zeit. Wie Schatten schleichen Menschen in den Raum. Weit entfernt scheint dieses beklemmende Leben zu liegen das gleichzeitig so real aussieht. Im Spielzimmer flackert der Fernsehapparat Soundtrack von Zeichentrickfilmen. Der Sohn verschwindet im Schrank mit dem Playmobil-Roboter der nachts zum Riesen gewachsen durch den Salon geht. Der Vater verlangt nach dem Sohn und dem Cowboyhut. Übertitel sagen jeweils voraus was als nächstes geschehen wird. Wenn der Vater mit dem Sohn ins Kinderzimmer geht sagen sie nichts mehr. Den gewaltsamen Coitus hören wir unerträglich lang und schmerzhaft. In den Übertiteln steht jetzt „Musik“. Hinter einem großen Schlüsselloch ziehen Traumbilder des Kindes vorbei: Tier- und Pflanzenmonster Sturmwolken ein Bambuswald durch den sich der plötzlich geschrumpfte Vater kämpft.
Credits
Künstlerisches Team
Inszenierung, Bühne, Licht und Kostüme Romeo Castellucci Mit Erster Stern Irena Radmanovic Zweiter Stern Pier Paolo Zimmermann Dritter Stern Sergio Scarlatella Dritter Stern 2 Juri Roverato Zweiter Stern 2 Davide Savorani Musik Scott Gibbons Skulpturen, Maschinen und Prothesen Istvan Zimmermann, Giovanna Amoroso Bilder Zapruder filmmakersgroup Bühnentechniker Salvo Di Martina, Fatmir Gjoka, Viviana Rella, Giorgio Ritucci Licht Fabio Sajiz, Luciano Trebbi Ton Matteo Braglia Requisite Giacomo Strada
Produktion
Produktion Socìetas Raffaello Sanzio; Festival d’Avignon; Le Maillon-Théâtre de Strasbourg, Théâtre Auditorium de Poitiers–Scène Nationale, Opéra de Dijon; barbicanbite09 London, as part of Spill Festival 2009; deSingel /Antwerpen, Kunstenfestivaldesarts; De Munt/La Monnaie/Bruxelles; Athens Festival; UC LA Live/Los Angeles; La Bâtie-Festival de Genève; Emilia Romagna Teatro Fondazione/Modena; Nam June Paik Art Center/ Gyeonggi-do, Korea; Vilnius – European Capital of Culture 09, Vilnius International Theatre Festival Sirenos; Cankarjev dom/Ljubljana; F/T 09 Tokyo International Arts Festival; mit Unterstützung von Kulturprogramm (2007–2013) der Europäischen Union alla Cultura/ANAT


