Schutz vor der Zukunft

Ein theatralisch-musikalisches Projekt

Christoph Marthaler

2005 | Festwochen Produktion | Uraufführung

Infos

Jahr
2005
Aufführungsdaten
9. / 10. / 11. / 12. / 13. / 14. / 17. / 18. / 19. / 20. / 21. / 22. Mai
Spielort
Jugendstiltheater
Genre
Schauspiel, Musiktheater
Sprache
Deutsch
Dauer
180 Min., eine Pauseninstallation

Beschreibung

In einem leer stehenden Gebäude des Otto-Wagner-Spitals, das heute „Jugendstiltheater“ heißt, wird Christoph Marthaler eine theatralisch-musikalische Recherche realisieren, die sich mit Ausgrenzung und Selektion beschäftigt – mit der Euthanasiepraxis der Nazis und der ideologischen Säuberung des Stalinismus als den beiden humanitätszerstörenden Selektionen des 20. Jahrhunderts. Es geht auch um Ausgrenzungen und Selektionen, die in der Zukunft noch stattfinden könnten, und um unsere Angst davor. In dem Maße, in dem nationale Grenzen an Bedeutung verlieren, werden neue Grenzen gezogen, die trennen, wer dazugehören darf und wer abgeschafft werden muss. Im Otto-Wagner-Spital wurden von Ende der 30er-Jahre bis über 1945 hinaus Kinder getötet. Der Flur, auf dem die dem Euthanasieparagraphen zum Opfer gefallenen Kinder lagen, hieß „Spiegelgrund“. Heute wird die Klinik zu einem großen Teil von Psychiatriepatienten bewohnt. Das Projekt wird mit Biografien früherer und heutiger Patienten umgehen. Ein wichtiger Teil der Aufführung werden die Präludien und Fugen von Dimitrij Schostakowitsch sein – gespielt von Markus Hinterhäuser –, die einen irritierenden Faden eingekapselter Emotionen durch den Raum spannen. Schostakowitsch hat diese Musik geschrieben, als er vor der Entscheidung stand, verbannt und umgebracht zu werden oder zu überleben.

Credits

Künstlerisches Team

Inszenierung Christoph Marthaler Regiemitarbeit Michel Schröder Einstudierung der Lieder Rosemary Hardy Raum und Installationen Duri Bischoff Kostüme Sarah Schittek Konzeption Stefanie Carp, Markus Hinterhäuser Mitwirkende Rosemary Hardy, Markus Hinterhäuser, Ueli Jäggi, Jürg Kienberger, Katja Kolm, Bernhard Landau, Josef Ostendorf, Nicolas Rosat, Clemens Sienknecht, Bettina Stucky, Jeroen Willems Beratung Alois Hofinger Kostümassistenz Stina Sigl Dramaturgieassistenz Elisabeth Schack Bühnentechnik Antony Osborne, Franz Jackel Beleuchtung Phoenix (Andreas Hofer), Rainer Barta Ton Ernst Zettl Produktion Peter Walz (Leitung), Susanne-Solveig Meyer (Assistenz), Attila Láng, Ela Monaco Fotografie Dorothea Wimmer

Produktion

Produktion Wiener Festwochen Koproduktion Spielzeiteuropa, Berliner Festspiele, Odéon - Théâtre de l'Europe, Paris, Internationales Tschechow Theaterfestival, Moskau, Goethe-Institut, NTGent