Sul concetto di volto nel Figlio di Dio

Über das Konzept des Angesichts von Gottes Sohn

Romeo Castellucci, Socìetas Raffaello Sanzio

2013 | Österreich-Premiere

Infos

Jahr
2013
Aufführungsdaten
11. / 12. / 13. Mai
Spielort
Burgtheater
Genre
Theater
Sprache
In italienischer Sprache mit Übersetzung ins Deutsche
Dauer
1 Std.

Beschreibung

In einer eleganten Einrichtung leben ein Mann mittleren Alters und sein greiser Vater. Der Mann will sich auf den Weg zur Arbeit machen. Der inkontinente Vater hat sich beschmutzt. Der Sohn wäscht ihn, wechselt die Windeln. Doch es gelingt nicht. Die Kotbrühe quillt immer wieder hervor, beschmutzt den Vater, die Kleidung, den Boden, die Möbel. Es ist ein Alptraum der menschlichen Unzulänglichkeit, eine schwer erfüllbare Forderung an die Nächstenliebe. Romeo Castellucci zeigt uns diese Szene in Realzeit. Zwischen zärtlicher Hingabe und Aggression arbeitet der Sohn sich ab am nicht mehr Beherrschbaren. Voller Verzweiflung entschuldigt sich der Vater. In kaum erträglicher Intensität liefert uns Romeo Castellucci an unsere Ängste und Schamgefühle aus. Hinter und über der Szene hängt das ins Riesige vergrößerte Jesusbild des Renaissancemalers Antonello da Messina. Unendlich weich und sanftmütig blickt dieser Jesus über das Geschehen auf der Bühne hinweg auf uns, die Zuschauer, die wir auf der Bühne sehen, wie erbärmlich, unzulänglich, hilflos und peinlich wir sind. Und unter den Augen des Jesusbildes sehen wir die Liebe des Sohnes und die Verzweiflung des Vaters an sich selbst, an seiner Vergänglichkeit, mit Empathie. Romeo Castellucci hat eine eigene visuelle und philosophische Form der Performing Art geschaffen. Zuletzt gastierte bei den Wiener Festwochen 2009 seine Inszenierung Il Purgatorio.

Credits

Künstlerisches Team

Konzept und Inszenierung Romeo Castellucci Musik Scott Gibbons Mit Gianni Plazzi, Sergio Scarlatella und Dario Boldrini, Vito Matera Silvano Voltolina Kinder Ida Adelsberger Selina Berthold Emmett Chan Esme Chan Nicholas Dietrich Gabriel Kaiser Merlin Miglinci Maike Monaco Liam Nikiema Timo Slupetzky Julius Stückler Carmen Weilinger Sebastian Zacherl Mitarbeit Inszenierung Giacomo Strada Ausstattung Istvan Zimmermann, Giovanna Amoroso Ton Matteo Braglia Beleuchtung Luciano Trebbi Requisite Vito Matera Tour Management Gilda Biasini Administration Michela Medri, Elisa Bruno, Simona Barducci Kaufmännische Beratung Massimiliano Coli

Produktion

Produktion Socìetas Raffaello Sanzio, Cesena Koproduktion Theater der Welt 2010, Essen und Mühlheim an der Ruhr, deSingel Internationale Kunstcampus Antwerpen, Théâtre Nationale de Bretagne, Rennes, Nationalteatret, Oslo, SPILL Festival of Performance und Barbican London, Internationales Theaterfestival Tschechow, Moskau, Holland Festival, Amsterdam, Athens Festival, GREC 2011 Festival de Barcelona, Festival d’Avignon, Internationales Theaterfestival DIALOG, Wrocław, Breslau, BITEF, Belgrad, Foreign Affairs | Berliner Festspiele, Théâtre de la Ville, Paris, Romaeuropa Festival, SPIELART München, Le-Maillon, Théâtre de Strasbourg/Scène Européenne, TAP Théâtre Auditorium de Poitiers-Scène Nationale, Peak Performances @ Montclair State-USA In Zusammenarbeit mit Centrale Fies/Dro Uraufführung 15. Juli 2010, Essen